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Architektur als iterativer Prozess.

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Situationsplan mit Dachaufsicht.
Situationsplan mit Dachaufsicht.
Grundriss 1. Untergeschoss, Garderoben, Zuschauerbereich und Technik.
Grundriss 1. Untergeschoss, Garderoben, Zuschauerbereich und Technik.

IG Portobello

Schulhaus in Zürich-Affoltern

Wettbewerbsprojekt für eine Sekundarschule in Unteraffoltern: Drei Volumen stehen dicht zusammen auf einer offenen Wiese und spannen unterschiedliche Aussenräume auf. Zwei Eingangsebenen verbinden Sekundar- und Primarschule, ein unbeheizter Zwischenraum zwischen den Klassenclustern dient als Pausen- und Projektraum. Eine berankte Stahlstruktur verschattet die Fassaden, Sporthalle und Mehrzweckraum sind separat erschlossen.

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Drei Gebäude auf einer Wiese

7:00 Uhr. Das Areal in Unteraffoltern ist geprägt von einer fliessenden, gemeinschaftlich genutzten Durchgrünung zwischen den Wohn- und Schulbauten. Die drei neuen Volumen der Sekundarschule stehen dicht zusammen auf diesem offenen Gelände und spannen unterschiedlich ausgeprägte Aussenräume auf: Die Adressierung mit Wiese und ausladenden Bäumen gegen Im Isengrind; den vorwiegend durch die Sekundarstufe genutzten Allwetterplatz, der sich leicht vom bestehenden Terrain abhebt; gegen die Primarschule wird der bestehende Schulgarten ausgeweitet und ein dritter, gemeinsam genutzter Platz eingefasst.

Die neue Sekundarschule spinnt die städtebauliche Logik der Primarschule in einem der Nutzung angepassten Massstab weiter, und vermittelt zur Präsenz der anliegenden Wohnscheiben. Die bestehenden, gut funktionierenden Aussenräume werden belassen und nur punktuell angepasst: Einzelne Baugruppen werden sanft erweitert. Ein direkter Weg verbindet die neue Sekundarschule mit der Spielwiese, eine Alleebepflanzung entlang der Freihaltezone ergänzt das Gesamtkonzept.

Zwei Eingänge auf zwei Ebenen

7:30 Uhr. Die Schüler betreten das Gebäude über zwei Eingangsebenen: Der Weg der Sekundarschüler steigt vom Im Isengrind sanft an und führt ins obere Erdgeschoss. Von der Primarschule geht man durch den Schulgarten direkt ins untere Erdgeschoss. Die Etagen sind verbunden und für alle zugänglich, aber die natürliche Zonierung macht die Begegnung der Stufen freiwilliger und entspannter. Die doppelte Erdgeschossnutzung vermittelt so als Scharnier zwischen den Schulen.

Cluster als Funktionseinheiten

7:45 Uhr. Die Schulzimmer sind jeweils als Cluster in einem Volumen untergebracht. Eine einfache, repetitive Stützen-Platten-Konstruktion in Stahlbeton ist das Grundskelett, alle Ausbauten sind in Leichtbau geplant: Haustechnik wird direkt und zugänglich in einer abgehängten Technikdecke im Mittelgang der Gebäude untergebracht. Dies ermöglicht innerhalb der einzelnen Gebäude eine grosse Spannbreite der Ausbau- und Anpassungsmöglichkeiten: Es kann mit verschiedenen Klassenzimmergrössen bis zu offenen Lernlandschaften experimentiert werden. Längerfristig wäre auch eine Aufstockung der Gebäude im gleichen System möglich. Diese Flexibilität ist für eine nachhaltige Gebäudebilanz essentiell.

In der momentanen Konfiguration ist ein Garderobenbereich der Verteiler zu den drei bis vier Klassenzimmern und Gruppenräumen. Die Gruppenräume sind zum Verteiler offener als die Klassenzimmer und durch Faltwände abgetrennt. Zwischen den Klassenzimmern und Gruppenräumen verbinden Doppeltüren, die akustisch abdichten.

Im Kern ein verbindender Zwischenraum

10:20 Uhr. In der Pause ist der zentrale Raum der Zwischenraum zwischen den Volumen. Dieser Zwischenraum ist leichter gebaut als die massiven, funktionalen Volumen der Klassenzimmer, er ist unbeheizt und so klimatisch ein Übergangsbereich zwischen Aussen und ganz Innen. Eine Stahlkonstruktion trägt die Zwischenböden der Etagen, aber Durchblicke zwischen den Etagen ergeben eine visuelle und auch akustische Transparenz: Hier ist der lärmigere Teil der Pausen. Bewusst ist der Raum nicht fix möbliert, er lädt ein, bespielt und erobert zu werden; für spezielle Projekte in Beschlag genommen zu werden, einen Bambuswald zu pflanzen oder lebensgrosse Kunstprojekte auszustellen. In Nischen kann das Geschehen auch in Ruhe beobachtet werden.

Gemeinschaftliche Nutzungen in enger Verbindung mit dem Aussenraum

12:15 Uhr. Die Mittagspause zentriert sich um die jeweiligen Mensas. Diese sind den Eingängen und so den beiden Schulen zugeordnet: Die Sekundarschule hat ihre Mensa auf dem oberen Erdgeschoss, zusammen mit der Bibliothek umklammert sie den Allwetterplatz. Hier wird es nach dem Mittagessen ruhiger, wenn die gestrigen Hausaufgaben noch gelöst werden müssen. Viele gehen mit ihrem Mittagessen in den grossen Eingangsbereich, wo man überdeckt aber doch fast draussen essen kann. Oder bei schönem Wetter natürlich unter den Bäumen bei der Spielwiese. Ein weiterer wichtiger Aufenthaltsraum grenzt an den Haupteingang: Hier wird diskutiert, beobachtet wer ankommt und man trifft sich vor dem Nachhausegehen. Die Primarschüler essen ihrer eigenen Schule zugewandt in der Mensa auf dem unteren Erdgeschoss, wo sich auch die Musikzimmer befinden. Ihr Innenraum wird ergänzt von einem überdachten Aussenraum, wo gemeinsam draussen gegessen werden kann.

Werkstätten mit Dachterrasse

14:20 Uhr. Die fächerspezifischen Unterrichtsräume befinden sich in den oberen Geschossen. Da die Gebäude unterschiedlich hoch sind, wird es hier langsam ruhiger. Der Zwischenraum wird weniger intensiv genutzt und wird vermehrt für konzentriertes Gruppenarbeiten genutzt oder von den spezialisierten Zimmern für grössere Projekte eingenommen, im dritten Obergeschoss liegt die Nachbildung eines Dinosaurierskeletts. Auf der obersten Etage befinden sich als einzige Unterrichtsräume die Werkstätten: Lärm, der durch die Werkzeuge entsteht, stört die anderen Unterrichte nicht und es kann auch einmal auf der dazugehörigen Dachterrasse ein misslungenes Bild mit dem Gartenschlauch abgewaschen werden, bevor man wieder neu beginnt. Die restliche Dachfläche wird für Solarenergie genutzt und extensiv begrünt.

Verschattung durch überwachsene Vordächer

16:00 Uhr. Die Schule ist umhüllt von einer filigranen Stahlstruktur, die als grosses Rankgerüst eine bodengebundene Begrünung der Fassaden ermöglicht. Über den Fenstern befinden sich Vordächer aus einem Drahtgeflecht, die durch die Bewachsung im Sommer lichtdicht werden und die Innenräume so vor Sonneneinstrahlung schützen. Gepflanzt werden Gerüstkletterer, die eine stabile Unterkonstruktion benötigen und sich nicht an der Fassade festklammern und diese beschädigen könnten.

Sport- und Mehrzweckräume mit separaten Eingängen

18:00 Uhr. Abends ändert sich die Nutzung der Innen- aber auch Aussenräume. Vereine nutzen die Sporthalle, die sich im zweiten Untergeschoss befindet. Betreten werden kann der Sportbereich abends direkt: Die Eingangshalle im zweiten Erdgeschoss ist in zwei Teile geteilt, wovon einer nach dem Schulbetrieb abgetrennt werden kann und ausschliesslich für den Sportbetrieb genutzt werden kann. Von hier muss man in das erste Untergeschoss gehen, wo sich die Garderoben entlang eines Zuschauerbereichs aufreihen. Grosszügige Eingangsbereiche mit Blick auf die Halle ermöglichen nicht nur Infrastruktur bei Anlässen, sondern auch einen reibungslosen Ablauf verschiedener Vereinsnutzungen: Kurz noch aufwärmen, bevor die Halle frei wird. Der Mehrzweckraum ist ebenfalls separat nutzbar: Vom unteren Erdgeschoss betritt man den Saal direkt und die Theatergruppe kann proben, wenn der Rest der Schule schon geschlossen ist.

Details ▸
Art: Schulhaus
Prozess: Wettbewerb
Beginn: Herbst 2020
Team: Alexa den Hartog, Yves Seiler, Anja Schaffner, Yorgos Lavantsiotis
Situationsplan mit Dachaufsicht. Grundriss 1. Untergeschoss, Garderoben, Zuschauerbereich und Technik. Grundriss 2. Untergeschoss. Grundriss 3. Obergeschoss, Naturkunde, Informatik, 1x Cluster. Grundriss Erdgeschoss A, Eingang Primarschule: Mensa, Musikschule + Mehrzweckraum. Grundriss Erdgeschoss B, Eingang Sekundarschule: Mensa, Bibliothek, Büros. Grundriss 1. Obergeschoss, Zwei Cluster, Teamzimmer. Grundriss 2. Obergeschoss, Drei Cluster. Querschnitt. Grundriss 4. Obergeschoss, Werkstätten und Dachterrasse. Längsschnitt. Ansicht Süd. Ansicht West. Schwarzplan. Aussenansicht Süd-Ost vom Pausenplatz. Ansicht Zwischenklimazone. Ansicht Klassenzimmer in Richtung Pausenplatz. Durchbruch in Zwischenklimazone zum Erdgeschoss. Stimmungsbild Bepflanzung. Farbmoment Frühling. Detailansicht Sockel. Farbmoment Sommer. Farbmoment Herbst.