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Unter einem Dach
Als erstes sieht man das Dach: Das sanft geneigte Satteldach liegt parallel zum bestehenden, baumgesäumten Fussweg direkt an der Kreuzung. Eine simple Geste, die sich natürlich in die bestehende Schulanlage einfügt. Das neue Gegenüber von alter Weide und neuer Firstfassade bildet einen neuen Schulplatz, wo vorher das Schulareal offen ausfranste.
Die Nutzungen, die sich unter dem Dach versammeln, sind entsprechend dieser Ausrichtung orientiert und können über mehrere Gebäudeseiten erreicht werden: An der Kopfseite befindet sich der Mehrzweckraum, der für den Mittagstisch oder für andere Anlässe von der gesamten Schule oder sogar der Gemeinde genutzt werden kann. Im Obergeschoss, mit direkten Aussentreppen zum Schulbus und der Schulseite erreichbar, sind die Räume für die Grundstufe. Im Erdgeschoss, zusätzlich durch Hintereingänge auf der Nordseite erreichbar, sind die Kindergärten mit ihrem eigenen Aussenraum.
Diese verschiedenen Adressierungen sind zwar räumlich in ihrer Wichtigkeit differenziert, aber lassen so gleichzeitig eine weite Bandbreite von Nutzungs- und Interpretationsmöglichkeiten offen. Für weniger Interaktion kann ein Kind direkt zu seinem eigenen Raum gebracht werden. Oder vielleicht geht man doch lieber auf der Südseite rein und wartet dort noch kurz auf seine beste Freundin.
Das Ludarium
Zusammengehalten werden alle Räume von einer doppelgeschossigen, unbeheizten Raumschicht, die das Miteinander betont und alles unhierarchisch unter dem gemeinsamen Dach vereint – das Ludarium. Jeder Raum ist auch von hier erreichbar, die Grenzen zwischen den Stufen sind fliessend und können verhandelt und offen gestaltet werden.
Kinder brauchen Platz – um dies zu ermöglichen verbindet eine nicht beheizte, aber klimatisch abgetrennte Raumschicht die einzelnen Volumen, die mit niedrigen Erstellungs- aber vor allem Betriebskosten grosszügige Raumverhältnisse schafft. Diese Raumschicht heisst Ludarium, ein erfundener Name aus dem lateinischen Wort Ludus, das sowohl Spiel als auch Sport, Training und Schule bedeuten kann.
Das Ludarium federt als klimatischer Puffer zwischen Innen und Aussen und macht die Jahreszeiten erlebbar. Alle Eingänge und Verbindungen zwischen den Räumen werden über diesen Raum geführt und durch zwei grosszügige Raumverbreiterungen ergänzt – jeweils gegen Süden und gegen Norden. Diese beiden Haupträume der Zwischenklimazone sind sanft zoniert, aber nicht abgetrennt. Der Nordhof verbindet nur die Kindergartenzimmer unter sich, während im Süden über eine grosse Tribüne alle Stufen mit dem Mehrzweckraum und auch mit dem Rest des Schulareals in Kontakt sind.
