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Unsere Auftraggebenden haben ein eher unscheinbares Mehrfamilienhaus aus 1929 mit drei Wohnungen und einem untergenutzten Aussenraum übernommen. Sie sind an uns herangetreten für die architektonische Begleitung, um es für sie selbst sowie eine weitere Partei zu sanieren und umzubauen.
Zwei der Wohnungen mit Terrasse werden neu zusammengelegt, die dritte wird mit einem Gartenausgang mit breiter Sitztreppe ergänzt – neu kann so ein geteilter Garten für zwei Familien entstehen und der Aussenraum bekommt so einen aktiv bepflanzten und bespielten neuen Lebensabschnitt.
Innen sind die Wohnungen in einem schlechten Zustand und müssen grundsaniert werden. Dafür konnten wir zusammen mit den Auftraggebenden ein wichtiges Nachhaltigkeitsprinzip als Grundhaltung für den Projektverlauf festlegen: «Cradle to Cradle». Ein Konzept für eine abfallfreie Kreislaufwirtschaft, entwickelt 2002 von Michael Braungart und William McDonough.
Für ein privates Umbauprojekt mit engem Budgetrahmen heisst das sorgfältige, rückbaubare Eingriffe wo möglich und eine rigorose Materialwahl: Wo möglich wurden Elemente, die schadstofffrei rückgebaut werden konnten, zur Weiterverwendung verkauft und neue Produkte aus C2C-zertifizierter Herstellung sowie recycelte oder wiederaufbereitete Produkte eingekauft. Alle Einbauten sind aus Vollholz – wo nicht roh belassen, lösungsmittelfrei mit wasserbasierten Produkten behandelt.
Für technische Installationen wie Bodenheizung und Fallstränge wurde mit konventionellen Aufbauten gearbeitet, die auf zukünftige Umbauten und Reparaturen ausgelegt wurden, um eine möglichst lange Lebensdauer zu garantieren. Eine mögliche Wiederaufteilung der Wohnungen für spätere Lebenskonstellationen wurde schon vorgesehen, indem gewisse Anschlüsse und Verteiler vorbereitet und die Wohnungstüren als Schiebetüren konzipiert sind.
Um diesen finanziellen Mehraufwand zu tragen, wurden von den Auftraggebenden viele Eigenleistungen in Bauteilrecherchen aber auch Rückbau-, Maler- und diversen kleinen Ausführungsarbeiten eingebracht – sowie ein Grossteil der Arbeiten am Garten. Das Resultat ist ein persönliches, atmosphärisch und haptisch warmes Wohnhaus mit grosszügigem Garten für mehrere zukünftige Generationen.
