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Frühling
Ich öffne die Fenstertür in meinem Wintergarten und rieche den ersten Frühlingswind, der durch den Hof weht. Bald werde ich meine Pflanzen wieder auf den Balkon stellen können. Ich setze mich in meinen Sessel und stelle meinen Kaffee auf das Fensterbrett neben meinen weissen Hibiskus. Meine Nachbarin geht vorbei und wir wechseln durch die offen stehende Tür ein paar Worte, dann widme ich mich meiner Zeitung.
Sommer
Ich spaziere unter den grossen Bäumen am Espenhofweg, im Schatten ist es schön kühl. Ich schaue den Hunden des Quartiers zu, die hier gerne vorbeigeführt werden. Bevor ich aber auf die Fellenbergstrasse komme, biege ich in den untersten Garten ein, wo das Plätschern des Wassers vor allem im Sommer wunderbar ist. Ich gönne mir ein erfrischendes Fussbad und verweile kurz, bevor ich schaue, wie es den Pflanzbeeten im Nutzgarten geht, welche ich mit den zwei anderen Wohnungen meiner Etage zusammen pflege. Morgen sollte ich dringend wieder die Salate bewässern.
Herbst
Ich habe meine Tochter auf Besuch und wir geniessen die Abendsonne auf meinem Balkon und planen unsere nächste, gemeinsame Reise. Vom Gemeinschaftsraum hoch klingen Stimmen, die Pilotwohnung im Erdgeschoss hat eine Filmvorführung organisiert, die nach Sonnenuntergang beginnt und für die sich einige Bewohner jetzt am Versammeln sind. Eine träge Biene summt um meinen Rosmarin. Langsam gehen die Lichter in den anderen Wohnungen an, man sieht die Umzugskisten in der Wohnung gegenüber, wo eine neue Clusterwohnung bezogen wird. Sobald es aber zu kühl wird, setzen wir uns mit einem Rotwein an den Küchentisch und beginnen zu kochen.
Winter
Von meinem Sofa aus schaue ich zu, wie der alte Baum im Innenhof langsam von Schnee überpudert wird. Der erste Schnee im Jahr ist immer ein schöner Moment; zuerst ist es ganz still aber bald wird der Kindergarten den Espenhof mit Schneemännern und fröhlichem Geschrei füllen. Im Winter brauche ich meinen Wintergarten auch als Eingang, damit es nicht zieht. Ich verschieb dafür meinen Zitronenbaum; der Sessel steht jetzt am Fenster beim Eingang.
Frühling
Ich sitze unter dem Pavillondach auf der Dachterrasse und warte, bis meine Wäsche fertig ist. Die Aussicht auf das Quartier und den Üetliberg gefällt mir immer wieder aufs Neue. Ich diskutiere mit einer Bewohnerin aus dem ersten Obergeschoss, ob das Wetter stabil genug bleiben wird, um die Wäsche draussen aufzuhängen. Es ist halt April. Heute Abend werde ich die Fenster offen lassen, um den Regen zu hören.
Hier bin ich örö.
